Lohnt sich ein Solarkraftwerk als Kapitalanlage?

Aktien- und Immobilienmärkte sind überhitzt. Der Bitcoin ist eher einer Spekulationsanlage und weniger für die Altersvorsorge geeignet. Könnte ein Solarkraftwerk eine sinnvolle Kapitalanlage sein?



In den vergangenen Jahren haben viele Anleger in verschiede Kapitalanlagen wie Medien-, Unternehmens- oder Schiffsbeteiligungen investiert. Die Märkte vieler Beteiligungen wie geschlossene Containerfonds sind zusammengebrochen. Sehr viele Anleger haben ihr Geld verloren. Eine gesunde Skepsis ist sicherlich sinnvoll.


Auf das Geschäftsmodell kommt es an!


Wir leben in einer kapitalistischen Marktwirtschaft. Diese hat seit Jahrzehnten die soziale Marktwirtschaft abgelöst. Grundsetzlich können wir davon ausgehen, dass Emittenten solcher Unternehmensbeteiligungen ihren Gewinn vorrangig sehen. Emittent und Anleger möchten beide ihre Gewinne möglichst maximieren. Das ist legitim.


Was ist ein gutes Geschäftsmodell?


Ähnlich der Mathematik sollten wir die Ko-Kriterien definieren:


  • Schließen sie niemals in ihrem Leben irgendwelche Kapitalbeteiligungen als Nachrangdarlehen ab. Sie haben 0,00% Sicherheiten und keine Kontrolle über ihr eingezahltes Kapital. Sie können nur verlieren.

  • Achten sie auf den Leumund der Menschen, die an Board sind. Was sind deren Werte und was wird über diese im Internet berichtet. Lernen sie diese vielleicht persönlich kennen.

  • Reiten sie keinen lahmen Gaul. Beispielsweise ist der Immobilienmarkt derzeit von den Kaufpreisen überhitzt. Rational können sie derzeit nur Geld verlieren, außer sie kaufen sehr günstig ein. Das bedeutet, zwischen den 12- bis maximal 20-fachen der Jahresnettokaltmiete.

  • Gibt es in den nächsten fünf bis zehn Jahren genügend Nachfrage, die befriedigt werden kann?

  • Seien sie nie gierig. Mit einer Rendite von 5% bis 8% können sie mit der richtigen Strategie ein solides Vermögen aufbauen. Um zweistellige Renditen zu erzielen, müssen sie ein wirklicher Anlageprofi sein.



Warum ist eine Beteiligung an einem Solarkraftwerk sinnvoll? Hierzu einige Gedanken:


1. Gesetzliche Rahmenbedingungen haben sich verändert.


Der Strombedarf steigt in Deutschland deutlich auf 700 bis 800 Terrawattstunden. Die EU-Kommission hat erst jüngst die Klimaziele erhöht. Damit Deutschland seine Minderungsziele erreicht, muss deutlich mehr Photovoltaik- und Windenergie-Leistung installiert werden. Gleichzeitig ist es wichtig Strom einzusparen, damit der Strombedarf bedient werden kann. Bis zu 55% der schädlichen Emissionen sollen bis 2030 reduziert werden.


2. Mehr Solarstrom soll für den Eigenverbrauch genutzt werden.


Bis vor kurzem war die Produktion von Solarstrom bei privaten Haushalten auf zehn Kilowatt peak begrenzt. Das reichte gerade aus, um die Wärmepumpe und den eigenen Haushalt mit eigenen Strom zu versorgen. Für die Elektromobilität reichte es häufig nicht mehr aus.


Mit der neuen EEG-Verordnung können private Haushalte bis zu 30 Kilowatt peak an Solarstrom für den eigenen Verbrauch produzieren. Damit ist der Weg für die Reduktion von schädlichen Emissionen frei. Eigenproduzierter Strom ist viel günstiger als gekaufter Strom beim regionalen Energieversorgern.


3. Steigende Strompreise bei den Energieversorgern



Der Ausstieg aus den Kohle- und Atomkraftwerken wird Milliarden verschlingen. Unser Stromnetz ist überaltet und muss ebenfalls erneuert werden. Diese Kosten werden auf den Endverbraucher in Form von Steuern und Abgaben umgelegt. Der Strompreis wird eher steigen als sinken.


Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte ist zwischen 1998 und 2018 von 17,11 auf 29,47 Cent/kWh gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 72 % bzw. durchschnittlich 2,8 % pro Jahr. Die Preissteigerungsrate wird zukünfig bei diesem radikalen Strukturwandel eher höher sein.


4. Die Sonnenintensität in Deutschland reicht aus.


Die Globalstrahlung beträgt in Deutschland durchschnittlich 100 bis 130 W/m², woraus sich eine Jahressumme von durchschnittlich 900 bis 1.200 kWh/m² ergibt. Dabei sind die höchsten Werte im Nordosten und im Süden zu finden.


Zum Vergleich: In Spanien etwa liegt die Globalstrahlung bei durchschnittlich 230 W/m². Mittlerweile gibt es eine zwangjährige Historie für das Betreiben von Solarkraftwerken. Die historischen Daten geben Planungssicherheit.


5. Ertragsausfallversicherung


Solarkraftwerke sind in der Regel gegen Ertragsausfall versichert. Bei vermieteten Wohnungen gibt es bei Leerstand oder Mietnomaden keine Ertragsausfallversicherung.


6. Eintragung in das Grundbuch.


Ist die Kapitalbeteiligung im Grundbuch eingetragen, besitzen Anleger einen realen Vermögenswert, der eine dingliche Sicherheit bietet.


7. Zinsdifferenzgeschäft


Bis auf den Tod gibt es keine 100%ige Sicherheit bei der Vermögensplanung. Sicherheit bedeutet Chancen und Risiken im ausgewogenene Maße abzuschätzen, um darauf eine werthaltige Finanzentscheidung zu treffen.


Die Einnahmen bei einem Solarkraftwerk sind über 20 Jahre vertraglich garantiert. Ein Totalausfallrisiko besteht bei einer Sonnendunkelheit. Dann müssen wir uns über alles weitere sowieso keine Gedanken machen.


Ebenso sind die Ausgaben über den Zeitraum fest planbar. Auf die Solarmodule geben in der Regel die Hersteller eine Garantie von zwanzig bis dreißig Jahren.


8. Rentabilität eines Solarkraftwerkes


Die Beteiligung an einem Solarkraftwerk kann mit Eigen-/ Fremdkapital oder einer Mischung von Eigen- und Fremdkapital erworben werden. Üblicherweise fordern Banken 20% Eigenkapital und stocken die Beteiligung mit 80% Fremdkapital auf. Bei einer Beteiligungssumme von 100.000 € werden somit 20.000 € Eigenmittel benötigt.


Die Investition kann im ersten Jahr mit einer 40%igen Sonderafa abgeschrieben werden. Die jährliche Vergütung ist mit 5% kalkuliert, da von den Einnahmen Wartung sowie Instandhaltung bezahlt werden müssen. Der Zinssatz für das Darlehen ist mit 2% p.a. konservativ berechnet.


Modellrechnung A: Unverbindliche Prognoserechnung ohne Eigenkapital.



Modellrechnung B: Unverbindliche Prognoserechnung mit 20% Eigenkapital.



Unser Fazit: Eine Beteiligung an einem Solarkraftwerk kann in einem Portfolio ein wichtiger Baustein in der Vermögensbildung sein. Unter ethischen Gesichtspunkten beteiligt man sich an einer nachhaltigen Wirtschaft.


Ob man mit Eigen- oder mit Fremdkapital finanziert, ist abhängig von der persönlichen Bonität und der finanziellen Situation. Liquidität geht immer vor Rentabilität. Wichtig ist die ganzheitliche Betrachtung der Vermögensbildung. Konzept schlägt immer das Produkt.